Erster Kreuzbandriss | Teil 2 - Diagnose erst 2 Jahre später

Erster Kreuzbandriss | Teil 2 - Diagnose erst 2 Jahre später

Fast zwei Jahre nachdem ich umgeknickt war und infolgedessen einige Wochen außer Gefecht war, fingen die Probleme plötzlich an. Immer wieder knickte ich aus unerfindlichen Gründen um und jedes Mal wurde das Knie dick. Natürlich nervte das und mein damaliger Trainer schickte mich zu einem Sportarzt, bei dem er selbst schon seit Jahren in Behandlung war.

Behandlung ja -aber nur mit Terminabsprache

Gleich zu Beginn merkte ich bereits einen Unterschied zu meinem früheren Arzt – oder nennen wir es Behandler. Ich musste einen Termin vereinbaren. Das hatte aber den entscheidenden Vorteil, dass die Wartezeit dann weitaus geringer war und der Arzt auch mehr Zeit für mich hatte.
Ehe er überhaupt mein Knie sehen bzw. untersuchen wollte, fragte er mich erst über meine Vorgeschichte und evtl. Verletzungen aus. Als ich ihm dann von der zurückliegenden Verletzung und den damit verbundenen Symptomen berichtete, witterte er bereits Verdacht.

Erst Schubladentest und MRT dann Diagnose

Nachdem das Gespräch beendet war begann die eigentliche Untersuchung. Ich legte mich hin und er zog, schob, drückte und machte eine Weile an meinem Knie rum und fragte nach der jeweiligen Befindlichkeit. Als er fertig war, erklärte er mir das ganze Vorgehen und äußerte das erste Mal den Verdacht, dass es sich höchstwahrscheinlich – auch aufgrund der Vorgeschichte – um einen Kreuzbandriss handelt. Das war für mich natürlich erst einmal ein Schock, denn damit hatte ich mich bisher nicht wirklich auseinandergesetzt. Da er aber keine voreilige Diagnose treffen wollte, machten wir noch einen MRT-Termin, um alle Zweifel endgültig auszuschließen. Des Weiteren erhielt ich für den folgenden Zeitraum zur Sicherheit eine Orthese.

Meine erste MRT und die traurige Diagnose

Da es meine erste MRT war, war ich dementsprechend aufgeregt, weil ich nicht wusste was auf mich zukommt. Zur damaligen Zeit fand ich auch noch nicht wirklich viel im Netz zu dem Thema. Letztendlich war es aber gar nicht so schlimm wie ich befürchtete. Ich legte mich, damals noch komplett – also mit dem Kopf voran – in die Röhre und hörte mir gefühlte 2 Stunden das Gehämmer an. Das war´s. Der Bericht wurde danach sofort ausgewertet und an meinen Arzt geschickt. Dieser teilte mir dann das mit, was er eigentlich von Anfang an dachte – Diagnose: Kreuzbandriss. Ich hatte mir damals also tatsächlich das Kreuzband gerissen, zumindest war es die einzige Verletzung, welche wir damit in Verbindung bringen konnten. Sei´s drum, nun musste operiert werden. Herzlichen Dank an dieser Stelle auch noch einmal für die qualifizierte Diagnose des ersten Arztes.




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Die ersten beiden Knie-Operationen

Bei meinen ersten beiden Knie-Operationen handelte es sich um ambulante Arthroskopien. Also Hinfahren, Operieren, Heimfahren. Zwei Operationen waren notwendig, um bei der ersten Operation die Reste des gerissenen, teilweise verwachsen Kreuzbandes zu entfernen und den zusätzlich beschädigten Meniskus zu behandeln und bei der zweiten die Kreuzband-Plastik einzusetzen. Im damaligen Fall wurde die Patellasehne als Kreuzbandplastik genutzt. Soweit ich mich erinnern kann verliefen beide Operationen vollkommen problemlos.

Punktionen und Entfernen der Drainage

Die zwei Dinge, an welche ich mich während meines ersten Kreuzbandrisses negativ erinnere sind die Punktionen und die Entfernung der Drainage-Schläuche. Die Punktionen waren notwendig, da nach den OPs das Knie immer sehr geschwollen war und sich das negative auf die Beugung auswirkte. Insgesamt waren es 4 Punktionen, allesamt nicht wirklich schön. Schlimmer jedoch fand ich das Entfernen der Drainagen. Wer das schon mal erlebt hat, weiß von was ich spreche. Das ich diese beiden Dinge noch mehrfach erleben „durfte“ und es auch, da es ja mit Schmerzen zusammenhängt, fast immer die sind, welche ich in Gesprächen genauer beschreiben soll, werde ich auf die Themen Punktion und Drainage Schläuche entfernen in gesonderten Artikeln genauer eingehen.

Die Kreuzbandriss-Reha

Da die Diagnose Kreuzbandriss erst nach zwei Jahren gestellt wurde, war ich zum Zeitpunkt der Operationen in einer physisch guten Verfassung. Dies war meines Erachtens auch der Grund, warum die Reha ohne nennenswerte Vorkommnisse – fast beispielhaft – verlief. Die Beugung war innerhalb kürzester Zeit wieder hergestellt und da ich auch nur wenig Muskelmasse während dieser Zeit verloren hatte, schritt die Wiederherstellung dieser auch recht schnell voran. Im Vergleich zu dem, was mich Jahre später erwarten sollte, war mein erster Kreuzbandriss, die Operationen und die darauffolgende Reha tatsächlich ein Klacks.

Fazit – Alles wieder gut & weiter geht’s

Es liest sich wahrscheinlich genauso wie es mir damals vorkam. Obgleich die Diagnose Kreuzbandriss erst 2 Jahre nach der eigentlichen Verletzung kam, lief von der Behandlung über die Operationen und der Reha alles reibungslos. Ich spielte sogar nach relativer kurzer Zeit der Reha wieder Fußball. Wäre der zweite Kreuzbandriss in Verbindung mit allen Komplikationen und Folgen nicht gekommen, könnte ich fast sagen, dass ein Kreuzbandriss zwar eine schlimme, aber auch im Amateursport keine Verletzung ist, welche die sportliche geschweige denn die berufliche Karriere beeinflusst. Mittlerweile wurde ich leider eines besseren belehrt.


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