Erster Kreuzbandriss | Teil 1 - Dickes Knie & Blut im Punktat

Erster Kreuzbandriss | Teil 1 - Dickes Knie & Blut im Punktat

Meinen ersten Kreuzbandriss hatte ich im Jahr 1998 im Alter von 19 Jahren. Zumindest kann ich mich daran erinnern, dass ich mir in jenem Jahr das Knie schmerzhaft verdreht hatte und kurze Zeit außer Gefecht war. Das es sich um einen Kreuzbandriss handelte erfuhr ich allerdings erst zwei Jahre später.

Kopfballduell, Landung, Schmerz im Knie ….

Eigentlich erinnere ich mich weder wirklich an das Spiel oder den Gegner, nur an die eine Szene die wohl den Kreuzbandriss verursacht hatte – zumindest denke ich das es diese war. Ich ging in ein Kopfballduell und bei der Landung spürte ich plötzlich einen stechenden Schmerz im Knie, der mich reflexartig aufschreien lies und dazu veranlasste mich hinzulegen. Da ich in der zwölfzigsten Liga spiele war natürlich nicht damit zu rechnen, dass ich umgehend vom Ärzte-Team des Vereins versorgt werden würde und so stand ich nach kurzer Leidensphase wieder auf und deutete meinem Trainer mit dem berühmten Handreher den ich aus der Bundesliga kannte an, dass ich nicht mehr weiterspielen konnte.

Erstversorgung – Eis, Bier, Klebeband

Wer sich in den untersten Ligen auskennt weiß, egal ob Zerrung, offener Bruch oder Gehirnerschütterung, Eisspray ist das erste Mittel was zum Einsatz kommt. Es lag aber auch daran, dass es das einzige war, was zur Verfügung stand. Sei´s drum. Das Knie wurde also eingenebelt und ich humpelte zur Kabine. Da noch eine Weile zu spielen war und der Schmerz betäubt werden wollte nahm ich mir ein Bier und verfolgte den Rest des Spiels und das Anschwellen des Knies.

Mittlerweile hatte sich auch jemand auf dem Sportplatz gefunden, der sich für mich verantwortlich fühlte und legte mir einen Verband zur Stabilisierung an. Ein Relikt aus alten Tagen wie es sich einen Tag später herausstellen sollte, denn aus irgendeinem Grund – ich denke es lag am Alter des Materials – klebte der Verband und es kam mir vor, als hätte man mir eine Rolle Klebeband ums Knie gewickelt. Ein paar Bier später war der Schmerz verschwunden und aufgrund der Klebebandschiene ging es auch wieder mit dem Laufen.




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Kopf- und Beinschmerzen

Der Tag danach war nicht sonderlich toll. Aufgrund der „Eigenmedikation“ hatte ich Kopfschmerzen und mein Knie meldete sich mit einem stetigen Hacken. Da ich das Bein kühlen und hochlegen wollte, musste der Verband vorher ab – eine tolle Idee. Hätte man mich an diesem Tag gleich operiert, hätte man sich die Rasur des Beines sparen können. Der Hornaltverband klebte so fest, dass es mir fast sämtliche Beinhaare ausriss als ich ihn entfernte. Was gutes hatte es aber trotzdem, der Schmerz war auf einmal erträglicher und der Eisbeutel konnte nun barrierefrei das Knie kühlen. Die letzten Klebereste sorgten zusätzlich dafür, dass der Eisbeutel nicht verrutschte.

Blut punktiert, aber alles ist gut …

Ich konnte zwar laufen und die Schmerzen waren eigentlich auch erträglich, aber das Knie war mittlerweile ordentlich geschwollen und so entschied ich mich doch mal zum Arzt zu gehen. Nach meinem heutigen Erfahrungsstand undenkbar, entschied ich mich für einen „normalen“ Arzt in meiner unmittelbaren Nähe. Der begutachtete mein Knie, röntgte es und entschied sich dafür, die Schwellung mit einer Punktion zu lindern. Eine widerliche Erfahrung so eine Punktion. Hätte ich damals gewusst, dass noch geschätzte 100 Punktionen auf mich warten, hätte ich die Fußballschuhe gleich an den Nagel gehangen. Die Flüssigkeit, welche er aus meinem Knie zog war voller Blut. Erst viel später sollte ich erfahren, dass dieses eigentlich ein ziemlich eindeutiger Hinweis auf eine Bandverletzung ist. Nicht aber für den Wald- und Wiesendoc, der verschrieb mir Medikamente und lies einen Zinkleimverband anlegen – das war´s. Die Schwellung des Knies ging zurück und Schmerzen hatte ich auch keine mehr. Ein paar Wochen später stand ich – etwas wacklig – wieder auf dem Platz und kickte erst mal weiter munter drauf los.

Wie es weiter ging erfahrt ihr in Teil 2 …


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